Lukas Schade (beim Wurf) ist derzeit außer Gefecht. ©Peter Heck
Der dünne Kader kann noch zum Problem werden. Holprige Vorbereitung mit vielen Ausfällen. Keine personellen Veränderungen in der Mannschaft. Start erst am 25. September gegen den TuS Ottenheim.


Erst am 25. September und damit eine Woche später als die Mehrzahl der Konkurrenten steigt Handball-Südbadenligist HGW Hofweier mit dem Heimspiel gegen den TuS Ottenheim in die Saison ein. Michael Bohn kommt dies nicht ungelegen. „Die Vorbereitung war noch nie so schwierig. Wir hoffen, dass uns die Woche noch was bringt“, sagt der Coach.

Keine Kontinuität

Immer wieder Verletzte, Urlaube und Festivitäten ließen keine Kontinuität entstehen. „Die Probleme haben andere Vereine auch, doch wir haben einen kleinen Kader, der das nicht kompensieren kann“, erklärt Bohn den Unterschied. Vergangene Woche musste so auch das Testspiel gegen den TuS Schutterwald abgesagt werden, viele Spiele zuvor wurden nur mit einem Mini-Kader bestritten.

Lukas Schade verletzt

Die Belastung ist hoch, die Verletzungsanfälligkeit steigt. Für mehr als eine Schrecksekunde sorgte dabei Lukas Schade. Der HGW-Abwehrchef erhielt im Testspiel gegen die SG Köndringen/Teningen II einen heftigen Schlag in den Rücken, konnte sich anschließend nicht mehr bewegen und musste von Rettungssanitätern in der Halle versorgt werden. „Es war am Ende glücklicherweise nur eine schwere Prellung, aber vorerst fällt er aus“, so Bohn. Verletzt waren zwischendurch auch Marcel Blasius und Mike Bächle, auch David Knezevic stand lange nicht zur Verfügung, mit Eike Neff (Schulter-Operation) ist derzeit gar nicht zu planen. „Dadurch finden wir einfach keinen Rhythmus“, bedauert Michael Bohn und sieht sein Team, das traditionell zu den Favoriten gezählt wird, lange noch nicht dort, wo er hin will. Den schnellen Handball, der mehr auf dem Kollektiv als dem Individuum fußt, der einfach attraktiver ist, konnte das Trainerteam deshalb noch nicht wie gewünscht vorantreiben. „Da wollten wir eigentlich weiter sein“, gibt der Ex-Bundesligaspieler zu.

Zweite in der Bezirksklasse

Dass die zweite Mannschaft auf eigenen Wunsch aus der Landesliga in die Bezirksklasse zurückgezogen hat, hilft der Südbadenliga-Mannschaft auch nicht weiter. „In der Vergangenheit ist die Zweite ja immer von der Ersten unterstützt worden. Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo dies einfach nicht mehr geht. Deshalb ist für die zweite Mannschaft die Bezirksklasse die richtige Liga“, so Bohn. Der Leistungsgedanke genießt in der Reserve nicht oberste Priorität, „da geht es um Spaß und um das Zusammensein mit Freunden“.

Qualität vorhanden

Teamspirit ist aber auch für die erste Mannschaft ein gutes Thema, und darauf baut Bohn. „Der Zusammenhalt ist riesig. Ich hoffe, er hilft uns weiter. Das soll unser Pfund sein, um was bewegen zu können.“ Denn Qualität ist im Kader weiterhin vorhanden, eine Entwicklung gerade bei jungen Spielern wie Adrian Volk ist sichtbar, auch wenn der Beginn der Vorbereitung zäh war. „Viele haben im Lockdown falsch trainiert. Die musste ich daran erinnern, dass wir Handball spielen und keinen Kraftsport machen“, staunte Bohn angesichts etlicher Muskelberge nicht schlecht. Aber auch da war der HGW keine Ausnahme, Corona hat allgemein für viel Ehrgeiz an den Fitnessgeräten gesorgt.

Keine Wechsel

Auf dem Papier hat sich beim HGW dagegen nichts verändert. Keine Abgänge, keine Zugänge. Jetzt geht es darum, das Können aufs Feld zu bringen. „Wir schauen Woche für Woche. Und hoffen, am Ende irgendwie unter die ersten vier in die Aufstiegsrunde zu kommen, das wäre super“, so Bohn. Ein Ziel, das in der vermeintlich stärkeren der beiden Gruppen mit der SG Muggensturm/Kuppenheim, TuS Ottenheim, BSV Phönix Sinzheim, TVS Baden-Baden II, TuS Helmlingen, SG Kappelwindeck/Steinbach und HTV Meißenheim aber wohl die meisten Teams haben.

Der Kader
Tor:
Dominik Merz, Mark Herbert.
Feld: Fabian Wildt, Mike Bächle, Cedrik Lauppe, Adrian Volk, Tim Stocker, David Knezevic, Lukas Schade, Timo Spraul, Philipp Isenmann, Timo Häß, Marcel Blasius, Eike Neff, Laurin Ehret, Nils Ehret.
Trainer: Michael Bohn; Co-Trainer: Boris Schnak.
Zugänge: keine.
Abgänge: keine

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