Der Handball in Hofweier sagt zusammen mit Tennis und Boccia danke.


Es sind zwei markante sportliche Stationen, mit denen der Name Dietmar Isen untrennbar verbunden bleiben wird.
Einmal die 70-iger Jahre des letzten Jahrhunderts mit dem „Hofweirer Handballmärchen“ und zum Zweiten die Rettung des Handballs in Hofweier mit der Gründung des HGW. Die 70-iger Jahre brachten dem Handball in Hofweier die größten Erfolge. Bundesliga, deutsche Vizemeisterschaft, Europapokalspiele, mit „Didi“ mittendrin. Nicht als Mitläufer, nein so etwas gab es für ihn nicht.

Zuerst Mannschaftsverantwortlicher, gleichzeitig Schriftführer in der Vorstandschaft des TUS Hofweier, ab 1974 Abteilungsleiter Handball. Und selbst erfolgreich Handball gespielt hatte er zuvor auch schon.

Beruf, sportliches Engagement, mit Reisen durch die ganze Bundesrepublik, oder abends mal schnell nach Basel oder Zürich zu einem Testspiel. Zur damaligen 42 Stunden Woche eines Arbeitnehmers kamen locker nochmal 25 bis 30 Stunden für den TUS Hofweier dazu. Lohn dafür war 1979 die Deutsche Vizemeisterschaft und die silberne Ehrennadel des Südbadischen Handballverbandes. Wie überaus intensiv, mit viel Aufwand und Stress verbunden diese Zeit war, darüber hat Didi immer wieder gesprochen.

1982 beendete Dietmar dann seine Tätigkeit beim TUS Hofweier. Eine neue Vereinsführung, verbunden mit einer anderen Philosophie, ein Generationenwechsel bei den Spielern. Nicht mehr unbedingt seine Welt. Fortan widmete er sich seiner Familie und anderen Hobbys. Und dann kam, was damals als Supergau des Handballs in der Region bezeichnet wurde. Der TUS Hofweier musste, hochverschuldet, im Frühjahr 1989 Konkurs anmelden. Der Handball in Hofweier lag am Boden, war kurz vor dem Ende.

In dieser Situation ließ sich Didi nicht lange bitten. Er krempelte die Ärmel hoch und stürzte sich in die Rettung seines immer noch geliebten Handballsports. Und es waren immense Hürden zu überwinden. In kürzester Zeit musste ein neuer Verein auf den Weg gebracht werden. Dietmar organisierte die Gründungsversammlung des am 06. Juni 1989 gegründeten HGW. Aber die schwerste Aufgabe stand noch bevor. Die Mannschaften dieses neuen Vereins sollten nach Meinung vieler Verantwortlicher im Deutschen Handball in der untersten Klasse starten.

In unzähligen Gesprächen vom Südbadischen Handballverband bis hoch zum Deutschen Handballbund, verbunden mit viel Überzeugungsarbeit, schaffte es Didi, dass die HGW Mannschaften die Plätze der TUS Reserveteams einnehmen durften. Ob es ansonsten weiter Handball in Hofweier gegeben hätte, darf bezweifelt werden.

Nach zwei Jahren als Öffentlichkeitsbeauftragter im HGW war dann aber Schluss. Zwischenzeitlich führte er bis 2000 zusammen mit Horst von Thun den 1990 ins Leben gerufenen Förderkreis im südbadischen Handballverband e.V. Und er war dabei, als 1989 der TC Grün-Weiß gegründet wurde, 2005 organisierten er und seine Frau, Margit das große Jubiläumsturnier. Schon in den 80-igern, in der Abteilung Tennis im TUS, hatte der weiße Sport einen hohen Stellenwert bei Didi Probleme mit den Kniegelenken zwangen Dietmar auch die Zeit als Tennisspieler zu beenden.

Sein Mitwirken ab 2004 im Verbandssportgericht des Südbadischen Handballverbandes, die neuendeckte Liebe zum Boccia, wo er 2013 die neue Abteilung im SV Diersburg mitgründete, oder die Mitarbeit in der Opferhilfe beim Weißen Ring, Langeweile kam nie auf in der Familie Isen.

Egal was Didi anpackte, er brachte sich überall voll ein, doch an die Zeit beim TUS Hofweier reichte nichts mehr heran. Zweifel daran ließ er nie aufkommen.

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