Wer kennt nicht die Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“? Der TV Sandweier drehte am Freitag den zweiten Teil des Films bei der 26:27 (13:10) Niederlage gegen den TV Willstätt.


Bereits am 24.03.2012 hatte der TV Sandweier in der vergangenen Saison mit 7 Toren gegen den gleichen Gegner geführt. In der Neuauflage gab man jedoch beide Punkte ab, damals spielte man 28:28.

Niemand der Einheimischen in der Rheintalhalle zweifelte nach 40 Spielminuten am klaren Heimsieg des TV Sandweier über den TV Willstätt. Simon Bornhäußer hatte gerade das 19:12 erzielt und Fabien Winogrotzki saß eine Zeitstrafe ab. 7 Tore Vorsprung und in Überzahl. Im gegnerischen Lager hielt jedoch die Erinnerung an das Spiel im März die Hoffnung am Leben. Mit 21:14 hatte der TV Sandweier in der 37. Minute geführt und am Ende noch einen Punkt abgegeben.

Ähnlich war dann auch letztendlich der Spielverlauf am Freitag. Nach einem vorsichtigen Abtasten stand es 4:4, wobei die Gastgeber immer vorlegen konnten. Christian Fritz, Maximilian Mitzel, Jonas Schuster mit einem sehenswerten Dreher und Fabian Hochstuhl schraubten danach das Ergebnis auf 8:4 hoch. Glück für Willstätt, dass ein klarer Siebenmeter an Christian Fritz nicht gepfiffen wurde. Während bei Willstätt spielerisch nichts ging, zeigte der TV Sandweier das gefälligere Spiel. Hinter der TVS-Defensive hielt Sven Beck auch unhaltbare Bälle und stärkte damit seinem Team den Rücken. Die Anzahl seine Paraden zeigte aber auch, dass der TV Willstätt Chancen hatte, aber im Abschluss patzte. Zur Halbzeit hin kam die Valo-Sieben auf 12:10 heran. Franz Henke hämmerte aber regelrecht den 13:10 Halbzeitstand auf die Anzeigentafel.

Daniel Grimm für Sandweier und Marco Schlampp für den TV Willstätt eröffneten mit Pfostentreffern die zweite Halbzeit. Danach lief der TV Sandweier vor eigenem Publikum zur Gala auf. Entnervt ging TVW-Torhüter Henne beim 17:11 in der 36. Minute aus seinem Kasten. Aber auch Lotfi Hamadi konnte bis zum 19:12 nicht seine Klasse zeigen. Danach folgte der Knackpunkt im Spiel. Dominik Höll traf zum 19:13 und Daniel Grimm musste für 2 Minuten auf die Strafbank. In Überzahl trafen Nicolas Kolb und Matthias Riedel. Im Minutentakt ging es mit Toren von Kolb und Riedel weiter. In der 47. Minute dann das 19:18 und die überfällige Auszeit von Sven Urban.

Zwei Tore von Fabian Hochstuhl beruhigten kurzfristig die TVS-Fans auf den Rängen. Ein langer Abwurf von Lotfi Hamadi auf Wolfram Finkbeiner war dann wie ein Speerwurf direkt ins Handball-Herz des TV Sandweier. Durch einen Siebenmeter konnte Sandweier trotzdem nochmals auf 20:22, doch die abgezockten Willstätter hatten Blut geleckt.

Nun zeigte sich die Unerfahrenheit der jungen Sandweirer Mannschaft. Fabian Hochstuhl und eine Minute später Sebastian Wichmann mussten auf die Strafbank. In doppelter Überzahl erzielte Luchian Halmagyi den 23:22 Führungstreffer für den TV Willstätt. Eine ähnliche Situation dann ab der 53. Minute zu Gunsten der Hausherren. Fabian Hochstuhl hatte den 23:23 Ausgleich erzielt und Fabien Winogrotzki musste auf eine Zeitstrafe absitzen. Trotzdem erzielte Marco Schlampp wieder die Führung für Willstätt. Es folgte der erneute Ausgleich von Maximilian Mitzel (24:24) und es waren noch knapp vier Minuten zu spielen. Marco Henne kehrte wieder ins Willstätter Tor zurück, doch den Ausgleich von Jonas Schuster konnte er nicht verhindern.

Wieder spielte Sandweier in Überzahl, da Nicolas Kolb auf der Strafbank saß. Eine doppelte Manndeckung gegen Riedel und Schlampp sollte nochmals die Wende bringen. Die Rechnung hatte Sandweier aber ohne den erfahrenen Wolfram Finkbeiner gemacht. Von der Außenposition mogelte er sich hinter der TVS-Abwehr durch und erzielte das 25:26. Schuster setzte danach seinen Wurf knapp links am Torpfosten vorbei und im direkten Duell Bornhäußer gegen Henne blieb der Willstätter Torhüter Sieger. 40 Sekunden vor dem Spielende traf Fabian Hochstuhl zum lang ersehnten Ausgleich. Ein Rempler von Franz Henke an Nicolas Kolb brachte dem TV Willstätt dann noch einen Siebenmeter ein. Harsche Kritik ernteten dafür die Unparteiischen, doch diese Entscheidung war vertretbar. Matthias Riedel ließ sich die Chance nicht nehmen und lochte zum 26:27 ein. Sandweier versuchte mit einem schnellen Gegenzug doch noch den Ausgleich zu erzielen. Ein Foul bremste Sekunden vor dem Abpfiff das Vorhaben aus. Nach dem Zeitstopp standen noch zwei Sekunden Spielzeit auf der Anzeigetafel. Nicolas Kolb verhinderte mit einem robusten Foul auch den letzten Wurf der Sandweierer.

„Glücklich“, sagte Willstätts Trainer Martin Valo nach dem Spiel auf unsere Frage zum knappen Sieg. Erst nach einer kurzen Pause führt er weiter aus, dass seine Mannschaft noch nicht zusammen spielt. „Die haben 60 Minuten gekämpft, dafür bekommen sie ein Lob, so Martin Valo.

Sven Urban sah seine junge Mannschaft 40 Minuten in der Überlegenheit. Danach fehlte es an Erfahrung um den Vorsprung auszunutzen und die Punkte im Sack zu behalten. Ein paar verhaltene Worte gegen die Schiedsrichter fehlten nicht bei der Diagnose zum Spiel.

Marco Henne rettet mit dem linken Bein gegen Simon Bornhäußer.

TV Sandweier - TV Willstätt 26:27 (13:10)

TV Sandweier: Thilo Hafner, Sven Beck - Christian Fritz (6/4), David Fritz (1), Franz Henke (2), Fabian Hochstuhl (6), Daniel Grimm, Tobias Zaum, Simon Bornhäußer (3), Sebastian Wichmann - Tobias André, Jonas Schuster (4), Maximilian Mitzel (4); Trainer: Sven Urban

TV Willstätt: Marco Henne, Lotfi Hamadi - Dominic Höll (4), David Knesovic, Marco Schlampp (5), Felix Kracht (1), Luchian Halmagyi (2), Mathias Riedel (7/2) - Wolfram Finkbeiner (2), Michael Herzog - Nicolas Kolb (3), Fabien Winogrodzki (2) - Mirko Jentsch (1); Trainer: Martin Valo

Schiedsrichter: Raphael Kusch (Ohlsbach), Oliver Wöhrle (Gutach)

Zuschauer: 800

Gelb: Franz Henke, Christian Fritz, Maximilian Mitzel / Fabien Winogrodzki (2.)

Strafminuten: 10:10

2 Minuten: Sebastian Wichmann, Fabian Hochstuhl, Daniel Grimm, Maximilian Mitzel, Maximilian Mitzel / Fabien Winogrodzki, Fabien Winogrodzki, Michael Herzog, Nicolas Kolb, Nicolas Kolb

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