Der HC Oppenweiler/Backnang bringt sich beim 25:28 in Horkheim durch verpasste Torgelegenheiten um seine Siegchance.


Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang kennen es seit Wochen: Sie liefern packende Drittligaspiele ab – und sie stehen am Ende mit leeren Händen da. Auch im Württemberg-Schlager beim TSB Horkheim spielte die Mannschaft von Trainer Matthias Heineke bis in die Schlussminuten um den Sieg, verlor aber mit 25:28. Zu viele technische Fehler, zu viele ausgelassene Torgelegenheiten, der HCOB ist bei der Vergabe der Big Points derzeit immer der zweite Sieger.

Bis zum 7:7 lagen beide Mannschaften gleichauf und ließen keinen Gleichstand aus. Die HCOB-Abwehr stand gut, die Horkheimer Defensive machte ihren Gegenspielern das Torewerfen aber auch schwer. Das Spiel der Hausherren war stark auf den aus Nußloch gekommenen Rückraumspieler Pierre Freudl zugeschnitten, der die meisten Tore erzielte. Er sorgte mit einem Doppelschlag für die erstmalige Zwei-Tore-Führung der Hausherren (9:7, 19. Minute). Die Horkheimer gingen nun konsequenter mit ihren Torgelegenheiten um und baute ihre Führung aus, während die Gäste einige Gelegenheiten ausließen. So scheiterte Benjamin Röhrle beispielsweise mit einem Siebenmeter an Linus Matthes, dem Torwart des TSB. Die HCOB-Sympathisanten haderten in dieser Phase außerdem mit den Entscheidungen der Unparteiischen. Diese pfiffen trotz gut erkennbarem Stürmerfouls einen Siebenmeter für Horkheim und gewährten wenig später bei angezeigtem Zeitspiel eher mehr als die an sich vorgegebenen sechs Pässe. Aus allem zusammen resultierte eine dem Spielverlauf nicht entsprechende 14:9-Führung kurz vor der Pause. Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang vermochten dann aber die letzten Akzente zu setzen: erst gelang Florian Schöbinger das zehnte Tor, dann verkürzte Florian Frank zum 11:14-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel machte sich das Gästeteam weiter an die Aufholjagd. Trainer Matthias Heineke brachte Rückraumspieler Ruben Sigle, der nach dem Abschlusstraining grünes Licht für eine Rückkehr gegeben hatte. Dieser erzielte Tore, die den HCOB heranbrachten. Florian Frank gelang mit einem Kontertreffer das 15:15. Horkheim tat sich in dieser Phase im Angriff sehr schwer und hatte wiederholt Glück: Beim 15. Tor halfen beide Innenpfosten, den Ball ins Netz zu bugsieren. Das 16. Tor hatte Torwart Sven Grathwohl durch gehaltenen Siebenmeter zunächst vermieden, ehe er sich dem Nachwurf von Michael Seiz doch geschlagen geben musste. Der HCOB hätte trotzdem in Führung gehen können, eigentlich müssen, er hatte dreimal die Chance dazu. Im ersten Anlauf unterlief Kevin Wolf ein technischer Fehler. Dann brachte Florian Schöbinger einen Konter nicht zum Abschluss. Und der dritte Misserfolg hatte tragische Züge: Lukas Köder trat an die Siebenmeterlinie, niemand in der Stauwehrhalle vernahm einen Anpfiff, der Werfer war ausreichend irritiert und der überhastet ausgeführte Wurf nicht gut genug, um Matthes zu überwinden. Und dabei wäre eine Führung in dieser Phase wäre eine Menge wert gewesen.

Horkheim nutzte stattdessen ein Überzahlspiel – Chris Hellerich war wegen vermeintlichen Reklamierens für zwei Minuten auf die Bank geschickt worden – zur neuerlichen Drei-Tore-Führung. Vor allem der junge Felix Kazmeier steuerte wertvolle Tore für die Horkheimer Mannschaft bei, avancierte zu deren besten Mann. HCOB-Trainer Matthias Heineke nahm eine Auszeit, stoppte damit den Horkheimer Lauf, der HCOB war schnell wieder im Spiel, kam immer wieder heran. Allerdings spielten die Gäste nun nahezu durchgängig in Unterzahl. Erst musste Sigle runter, dann wieder Hellerich, und der gleich auf Dauer, denn er lief eine Minute zu früh aufs Feld und kassierte dafür seine dritte Zeitstrafe. Immerhin hatte der Wechselfehler einen kuriosen Nebeneffekt. Weil der unerwartet aufs Feld stürmende Hellerich den Ball abfing, Benjamin Röhrle zum Konter schickte und dieser ein Tor erzielte, ehe der Wechselfehler überhaupt auffiel, verabschiedete sich Hellerich mit einer Torvorlage, denn der Treffer zählte. Kurz darauf gelang Ruben Sigle das Anschlusstor (24:23, 52. Minute), nur Sekunden später sah war aber auch für ihn die Partie beendet. Nach einem Foul an Kazmeier sah er direkt Rot, auch das war eine harte Entscheidung.

Trotz der Rückschläge warfen die Gäste die Flinte nicht ins Korn, sie kämpften um jeden Ball. Kevin Wolf gelang erneut das Anschlusstor, dann vergab Philipp Maurer einen Konter, und ein als Aufsetzer geworfener Siebenmeter von Benjamin Röhrle ging über die Latte. Diese Fehlwürfe taten in der heißen Phase besonders weg. Janik Zerweck erhöhte drei Minuten vor dem Ende auf 27:24 für den TSB. Ein fulminanter Wurf von Florian Schöbinger brachte beim 25:27 letzte Hoffnung, doch der Anschlusstreffer gelang in den verbleibenden Sekunden nicht mehr, stattdessen machte Horkheim mit dem 28:25 alles klar und bejubelte nach einem spannenden Match einen knappen Heimsieg. Für die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang war's eine neuerliche Enttäuschung aus der Kategorie: Viel investiert, wieder nichts gewonnen.

HCOB-Trainer Matthias Heineke: „Die Niederlage ist schmerzlich, schlussendlich dürfen wir uns nicht so viele Fehler leisten. Ich denke vor allem an die Phase fünf, sechs Minuten vor dem Ende, als wir mehrere Torgelegenheiten hintereinander ausgelassen haben. Dann ist es schwer, nochmals zurückzukommen. Es ist schade, und ich kann keinem einen Vorwurf machen, denn wir haben extrem gekämpft, um wieder in das Spiel zu finden.“

TSB Horkheim: Pascal Welz, Tim Schniering (n.e.), Linus Matthes (Tor), Marcel Lenz (2), Alexander Schmid (3), Daniel Grosser (n.e.), Florian Möck (1), Philip Strobel (n.e.), Felix Kazmeier (5), Michael Seiz (3), Pierre Freudl (9/3), Nils Boschen, Janik Zerweck (4), Hendrik Bohnenstengel (1). – Trainer: Jochen Zürn.

HC Oppenweiler/Backnang: Thomas Fink, Sven Grathwohl (Tor), Florian Frank (3), Chris Hellerich (3), Niklas Hug (n.e.), Lukas Köder (2), Tom Kuhnle, Philipp Maurer (1), Felix Raff (n.e.), Benjamin Röhrle (6/2), Florian Schöbinger (4), Philipp Schöbinger, Ruben Sigle (4), Kevin Wolf (2), David Szilagyi. – Trainer: Matthias Heineke.

Schiedsrichter: Benedikt Franz (Unterensingen) und Dennis Wießmeyer (Fellbach).

Zuschauer: 500.

Siebenmeter: 3/5 : 2/5 (Freudl scheitert an Fink, Seiz scheitert an Grathwohl – Röhrle scheitert an Matthes und wirft über das Tor, Köder scheitert an Matthes).

Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Zerweck/zweimal, Freudl, Boschen – Hellerich/dreimal, Sigle/einmal und nach Disqualifikation, P. Schöbinger).

Disqualifikationen: Hellerich (51./dritte Hinausstellung), Sigle (52./Foul an Kazmeier).

Spielverlauf: 4:5, 7:7, 14:9, 14:11 – 17:17, 24:23, 28:25.

TSB Heilbronn-Horkheim   HC Oppenweiler/Backnang

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