Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang will gegen den TuS Fürstenfeldbruck die Serie an Unentschieden beenden.


Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang können am Samstag um 20 Uhr (Karl-Euerle-Halle Backnang) im Heimspiel gegen den TuS Fürstenfeldbruck zwei Bestmarken aufstellen. Vier Unentschieden in Serie gab es noch nie, sieben Unentschieden in einer Saison auch nicht. Trainer Matthias Heineke hat an derartigen Bestmarken kein Interesse: „Wir wollen das Spiel lieber gewinnen“. Die Remisiererei soll ein Ende haben.

Im Jahr 1980 hat die Männermannschaft des TV Oppenweiler die höchste Spielklasse des damaligen Handballkreises Enz/Murr verlassen. Sie nimmt seither ununterbrochen an Begegnungen auf Verbands- und Landesebene oder – wie derzeit und nunmehr als HC Oppenweiler/Backnang – unter der Leitung des Deutschen Handball-Bundes teil.

Das Match bei der TGS Pforzheim am vergangenen Samstag war das 987. Meisterschaftsspiel seit jenem Aufstieg vor fast 37 Jahren. Insgesamt weist die Statistik dabei 112 Unentschieden aus. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass drei Begegnungen in Serie mit einem Remis enden, beträgt 0,14 Prozent – oder im Umkehrschluss: Alle rund 700 Begegnungen wird man als treuer Schlachtenbummler eine solche Serie einmal miterleben dürfen.

Beim Blick in die Chronik findet sich ein solches Ereignis bislang exakt einmal: In der Saison 1995/1996 teilte sich der TVO an den Spieltagen 23, 24 und 25 die Punkte mit dem TV Kornwestheim (22:22), dem TSV Oftersheim (17:17) und der HSG Singen/Gottmadingen (27:27). Am darauffolgenden Spieltag hatte die Serie ein Ende, gegen den TSV Bad Saulgau gab es einen deutlichen Heimsieg.

Eine Spielzeit vorher gelangen den Murrtalern zwar keine drei Unentschieden in Serie, dafür teilten sich sie sich (bei 26 Begegnungen) gleich sechs Mal die Punkte mit ihrem Gegner. Auch das ist eine Bestmarke, die die aktuelle Mannschaft nun übertreffen kann – wenn man dies denn überhaupt als erstrebenswert erachtet.

Denn eigentlich würden die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang auch gerne mal wieder ein Spiel gewinnen. HCOB-Keeper Thomas Fink erklärt: „Nach einem Unentschieden kann man sich, je nach Spielverlauf, auch mal freuen – aber niemals so ausgelassen wie nach einem Sieg.“

Und für Trainer Matthias Heineke ist der Fall ohnehin klar. „Wir erinnern uns an das Spiel in Fürstenfeldbruck und wollen uns nun revanchieren.“ Damals waren die Gäste von einer Punkteteilung oder gar von einem Sieg nämlich meilenweit entfernt. „Wir haben uns von ihrer sehr körperbetonten Härte, die sie zuhause spielen können, den Schneid abkaufen lassen. Außerdem haben wir jede Ordnung verloren, sind ihnen ins offene Messer gelaufen.“

Zum damaligen Zeitpunkt habe im Leistungsvermögen beider Teams ein sichtbarer Unterschied bestanden, erinnert sich Heineke. Und jetzt? „In der Rückrunde haben wir mehr gepunktet als Fürstenfeldbruck“, sagt Heineke. 11:9 Punkten auf Seiten der Württemberger steht eine ausgeglichene Bilanz auf Seiten der Gastmannschaft gegenüber.

Deshalb ist der HCOB-Coach optimistisch, dass es nicht wieder eine einseitige Angelegenheit gibt: „Wir sind weiter als zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde. Ein Auftreten und Selbstvertrauen wie in Pforzheim hatten wir in der Hinrunde auswärts nicht. Unsere Abwehr ist gut, unser Konterspiel wird von Woche zu Woche besser.“ Zu sehr tagesformabhängig ist ihm noch die Konstanz im Wurfverhalten.

Ist die erhoffte Treffsicherheit gegen Fürstenfeldbruck da, „dann sind wir bei der Punktevergabe dabei“, sagt Heineke. Und am liebsten hätte er, quasi zur Abwechslung, mal wieder beide auf der Habenseite – mögliche Unentschieden-Rekordwerte hin und her.



Will nach drei Unentschieden in Serie mit seinem Team mal wieder doppelt punkten: Philipp Maurer.

HC Oppenweiler/Backnang  TuS Fürstenfeldbruck

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