Willstätts Alexander Velz, hier attackiert von Horkheims Jannik Zerweck, spielte bärenstark. Eins seiner 13 Tore erzielte der Rechtshänder auch mit links. ©Ulrich Marx
Im vierten Spiel der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga hat der TV Willstätt trotz vieler Ausfälle und ohne Trainer Ole Andersen mit 34:31 gegen die TSB Heilbronn-Horkheim den ersten Sieg eingefahren.

Ein bärenstarker Alexander Velz und eine überzeugende rechte Seite mit Petar Bubalo und Regis Matzinger sorgte trotzt vieler personeller Ausfälle und dem erneuten krankheitsbedingten Fehlen von Trainer Ole Andersen für den ersten Sieg des TV Willstätt im vierten Spiel der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga. Durch das 34:31 (17:16) am Samstagabend in der Hanauerlandhalle gegen die weiterhin sieglose TSB Heilbronn-Horkeim haben die Ortenauer Drittliga-Handballer nun 3:5 Punkte und weiterhin die Chance auf einen Platz unter den ersten vier Teams der Gruppe B, um dann in den Überkreuzspielen gegen die Gruppe A die beiden Aufsteiger auszuspielen. Nächsten Samstag geht es zur HSG Hanau.
„Die Mannschaft hat die personellen Ausfälle und das Fehlen von Ole gut verkraftet. Das war eine mannschaftlich ganz starke Leistung“, zeigte sich Co-Trainer Fredy Beker nach dem ersten TVW-Sieg im dritten Anlauf unter seiner Regie zufrieden, dass seine Spieler über 60 Minuten gekämpft und am Schluss die Nerven behalten haben. Denn nach einer Fünf-Tore-Führung (26:21/43. Minute und 27:22/45.) schien dem „letzten Aufgebot“ des TVW in der Schlussphase die Puste auszugehen: Die Horkheimer lagen drei Minuten vor dem Ende plötzlich mit 31:30 (57:03) vorne.

Kvesic erstmals Vater

Doch der dreizehnfache Torschütze Alexander Velz mit drei Treffern und der vor allem in der zweiten Hälfte stark auftrumpfende Regis Matzinger mit einer Energieleistung zum 32:31 (58:33) sorgten dafür, dass der Sieg in Willstätt blieb. Außerdem parierte der zu Beginn des Spiels glücklose Torhüter Josip Kvesic, der am Samstagmorgen um 2.00 Uhr erstmals Vater eines Sohnes geworden war, zwei wichtige Bälle: beim Stand von 31:31 gegen Jannik Zerweck aus dem Rückraum und beim 32:31 gegen Horkheims starken Rechtsaußen Michael Seiz.
„Wir haben uns in das Spiel reingesteigert. Am Schluss haben wir es aber noch einmal unnötig eng gemacht“, freute sich Alexander Velz über den verdienten Sieg.

Schliedermann fehlt

Einen Tag vor dem Spiel musste der TV Willstätt einen weiteren personellen Ausfall verkraften. Nach Torhüter Leon Sieck, Linksaußen Luis Pfliehinger und den Rückraumspielern Jan-Philipp Valda und Felix Gäßler (alle verletzt) musste auch der zuletzt so starke Daniel Schliedermann passen. Eine Person aus seinem engen Umfeld war am Freitagmorgen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Schnelltests am Freitag und am Samstag waren bei ihm zwar negativ, da aber das Ergebnis vom PCR-Test vom Samstagmorgen noch nicht vorlag, musste der TVW-Spielmacher in häuslicher Quarantäne bleiben. Dass Christopher Räpple bei seinem zweiten Tor zum 15:12 in der 24. Minute eine Platzwunde am Auge kassierte und nicht mehr weiterspielen konnte, vergrößerte die personellen Sorgen der Willstätter weiter.

Wechselnde Führungen

Aber die Handballer aus dem Hanauerland bissen sich in einem Spiel mit vielen Toren und wechselnden Führungen durch. Bis zum 8:8 (11.) hatten allerdings nur der diesmal stark verbesserte Petar Bubalo und Alexander Velz mit viel Gewalt aus dem Rückraum jeweils viermal für Willstätt getroffen. Bei Horkheim trumpfte vor der Pause vor allem Jannik Zerweck als Rechtshänder im rechten Rückraum auf und traf auch zu einer Zwei-Tore-Führung der Gäste zum 9:11 (14.), bevor die Gastgeber – auch durch die Einwechslung von Torhüter Steffen Dold – das Blatt wieder wendeten und über 15:12 (24.) mit 17:16 in die Pause gingen.
Zu Beginn der zweiten Hälfte verwarfen die Horkheimer dann zwei Siebenmeter, wovon Kvesic einen hielt, sodass sich die Willstätter über 21:17 (36.) mit fünf Toren in Front schoben. Doch technische Fehler und Fehlwürfe beim TVW und ein quirliger Horkheimer Mittelmann Felix Zeiler, mit insgesamt acht Toren, hätten die Gastgeber fast um ihren verdienten Lohn gebracht.

TV Willstätt – TSB Heilbronn-Horkheim 34:31 (17:16)
Willstätt: Kvesic (1.-14., drei Siebenmeter, 57.-60.), Dold (15.-56.), Irion (n.e.); Kunde, Kirschner 1, Ludwig 2, Räpple 2, Dodig 1, Kauffmann (n.e.), Matzinger 7, Velz 13/1, Oßwald, Bubalo 8.
Heilbronn-Horkheim: Grathwohl (44.-60.), Hölzl (1.-43.); Reichert 2, Grosser, Fröhlich 1, Zeiler 8, Kuhnle, Hess 1, Seiz 7/4, Freudl 1, Matusik 2, Bohnenstengel 1, Uhl 1/1, Starz 2, Zerweck 5.
Schiedsrichter: Philipp Dinges/Tobias Schmack (Stutensee/Stuttgart) – Zuschauer: keine.
Siebenmeter: 1/1 – 7/5.
Zeitstrafen: sechs Minuten für Willstätt - acht Minuten Horkheim.

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