Ein ganz großes Abenteuer für den TuS Helmlingen

Erstmals in der 100-jährigen Vereinsgeschichte darf sich der TuS Helmlingen Bundesligist nennen. Das Trainerduo Detlef Ludwig und Thomas Schuppan steht mit den A-Jugendlichen vor einer riesigen Herausforderung.

In seinem Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag des Vereins ereilte den TuS Helmlingen der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Nachdem Männermannschaften in der 3. und 4. Liga in Deutschland über mehr als ein Jahrzehnt unterwegs waren, darf man nun „Helmlingen“ und „Bundesliga“ zusammen in den Mund nehmen. Über die Setzliste des Südbadischen Handballverbandes qualifizierte sich die A-Jugend des 850-Seelenortes aus dem Ortenaukreis für die JHBL, die höchste Klasse im deutschen Jugendhandball.

Damit wurden die Visionen und die großen Anstrengungen im Jugendbereich seit mehr als einem Jahrzehnt endlich belohnt. Begonnen hatte alles mit der Erstellung eines Jugendkonzeptes, der Anstellung eines hauptamtlichen Trainers im Jugendbereich mit Fokus auf die Kooperation Schule/Verein und der immensen ehrenamtlichen Arbeit von Jugendkoordinator und Trainer. Auf einmal war man als Konkurrent zu finanziell stärkeren und traditionsgemäß anziehenden Vereinen wie dem TuS Schutterwald oder der HSG Konstanz erwachsen. Gerade bei den Jahrgängen 2001, 2002 und 2003 blieben die Erfolge nicht aus. Souveräne Meisterschaften auf Verbandsebene in der C-Jugend sowie die baden-württembergische Vizemeisterschaft in der B-Jugend im Jahr 2019 waren die Krönungen bisher.

Kader so breit wie nie

Natürlich hat sich das Gesicht der Mannschaft in den Jahren verändert. Die Top-Talente Lasse Ludwig, Lennard Kull (beide Füchse Berlin) und Jan Kraft (Rhein-Neckar Löwen) wechselten zu ­Nachwuchsakademien der Bundesliga, jedoch haben sich viele Talente aus dem Raum Rastatt und Offenburg dem TuS angeschlossen, um einen weiteren Schritt in der Entwicklung zu gehen. Für diese Saison ist der Kader so breit wie noch nie.
Der Erfolg ist auch verbunden mit den zwei verantwortlichen Trainern. Detlef Ludwig begleitet viele Spieler seit Jahren, er leitet ständig mannschaftsübergreifende Trainingseinheiten und ist zudem Trainer der zweiten Mannschaft in der Landesliga. ThomasSchuppan ist bekannt, seinen Schützlingen viel abzuverlangen. Er hebt das Trainingsniveau schon im B-Jugendbereich auf die Stufe einer aktiven Mannschaft und ist nun in der dritten Saison für den Jahrgang verantwortlich.
Ein Träumer ist der hauptverantwortliche Trainer Schuppan nicht: „Wenn auch manchmal das Spielerlebnis vor dem Spielergebnis stehen wird, freuen wir uns auf die Erfahrungen und hoffen, die Entwicklungsschritte der Spieler finden dadurch statt.“ Dennoch ist er sich sicher, dass man in der 10er-Staffel auch konkurrenzfähig sein wird.

Jonas Meyer fällt aus

Welche Spieler in der Saison die Führungsrolle übernehmen werden, kann Schuppan noch nicht sagen: „Das wird die Runde zeigen. Bundesliga ist für jeden Neuland. Es ist durchaus möglich, dass sich Spieler hervortun, die wir aktuell noch gar nicht auf der Rechnung haben.“ Die Neuzugänge Nico Funk und Nico Seiert (BSV Sinzheim), Jonas Spangenberg (SG Muggensturm/Kuppenheim) und Georg Schnatterbeck (SG Kappelwindeck/Steinbach) sind laut Schuppan kameradschaftlich schon voll integriert. „Bei der Abstimmung auf dem Spielfeld müssen wir uns noch etwas gedulden. Das braucht noch Zeit.“
Auf einen der Spieler muss die Mannschaft jedoch bereits jetzt schweren Herzens verzichten: Jonas Meyer, der bereits in der B-Jugend in der BWOL zu den Stammspielern zählte, hat sich den Meniskus gerissen. „Aktuell sieht es wohl so aus, dass er im Jahr 2020 kein Pflichtspiel bestreiten wird. Ich denke, dass wir zum Jahreswechsel schlauer sind“, sagt der Coach, der wie auch der ganze Verein hofft, dass Meyer bald wieder auf dem Spielfeld stehen kann.
Schuppans Einstellung zu bedingungslosem Tempohandball hat schon viele Favoriten straucheln lassen. Unvergesslich bleibt die erste Halbzeit beim 25:24-Sieg über die Rhein-Neckar-Löwen im Februar 2019, als die Blau-Weißen über den favorisierten Gegner mit 16:8 hinwegfegten.

Auftakt gegen Bittenfeld

Am Sonntag startet das Abenteuer Bundesliga mit einem Heimspiel gegen den TV Bittenfeld um 17 Uhr. Bislang hat sich Schuppankeine großen Gedanken gemacht, gegen welche Mannschaft sie gute Chancen auf einen Sieg haben: „Das werden wir auch nicht tun. Wichtig ist, dass wir bereit sind, wenn sich die Chance zu einem Sieg ergibt. Da spielt der Gegner keine Rolle.“ Wer am Ende oben in der Tabelle steht, sei laut Schuppan ebenfalls schwer zu sagen: „Im Normalfall müssten die Rhein-Neckar-Löwen dabei sein. In der aktuellen Zeit ist aber einiges nicht normal.“ Nach der Einfachrunde mit neun Partien für jede Mannschaft ziehen die besten vier Teams in die Meisterrunde ein. Die restlichen sechs Teams bestreiten eine Pokalrunde, in der Plätze für die kommende Saison der Jugendbundesliga ausgespielt werden.
In Helmlingen arbeitet das Team um die Vorstandsvorsitzende Astrid Zimpfer fieberhaft auch im Hintergrund, um die Herausforderung JHBL zu meistern. Und alle im Verein sind gespannt auf die Runde, in der Hoffnung, dass die Pandemie der ganzen Sache nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.

 

Der Kader:

Tor: Dorian Caleta, Daniel Siewert, Roman Oesterwind
Feld: Nico Funk, Luis Fien, Rouven Horn, Jonas Spangenberg, Hannes Schmitt, Jonas Meyer, Jacob Funk, Georg Schnatterbeck, Jacob Wagner, Nico Seiert, Manuel Meyer, Fabian Ludwig, Raphael Jörger, Elias Meier, Jonas Haas, Haris Avdovic

Trainer: Detlef Ludwig und Thomas Schuppan

Jugendkoordinatorin und Teammanagerin: Larissa Ludwig

Zugänge: Nico Funk, Nico Seiert (beide BSV Sinzheim), Jonas Spangenberg (SG Muggensturm/Kuppenheim), Georg Schnatterbeck (SG Kappelwindeck/Steinbach)

Abgänge: Luis Oberle (SV Zunsweier), Timo Reuter, Denis Lukac (beide SG Muggensturm/Kuppenheim), Janis Welsche (pausiert)

 

Zum Seitenanfang