Zukünftig klare Auslegung bei nicht korrekten Abwehraktionen auf den Außenpositionen.

Die Zusammenarbeit der Landesverbände in Baden Württemberg nimmt im SR-Bereich immer konkretere Formen an. Aufgrund der neu gestalteten Struktur im SR-Wesen, bei der die Verzahnung von Handball Baden-Württemberg mit den LV immer konkretere Formen annimmt, kam es durch die Coronakrise zu einer wohl einmaligen Lehrgangszusammenkunft: Nämlich zu einem jeweils eintägigen, gemeinsamen Lehrgang aller Verbandsschiedsrichter von Baden, Württemberg und Südbaden, sowie des BWOL-Kaders.

Dabei wurde in kleinen Lerngruppen unter Coronavorgaben und Hygienebedingungen an sechs Tagen zwischen dem 08.08.20 und 06.09.20 fast 340 SR der Verbandskader  und des BWOL-Kaders in Baden-Württemberg einheitlich geschult.

Schon seit einiger Zeit arbeiten die LV und HABAWÜ im Bereich des SR-Lehrwesens intensiv zusammen. Genau diese Struktur ist für das Beobachtungswesen und den Nachwuchsbereich ebenfalls vorgesehen. Hier werden für die Zukunft des SR-Wesens Wissen und  Ressourcen gebündelt, um effektiver in Baden-Württemberg zu agieren. Auch landesverbandsübergreifend laufen hier schon gewisse Aktionen der Verbände.

Verabschiedung des ehemaligen BWOL Schiedsrichterwart Uwe Sautter von Handball Baden Württemberg

Über 10 Jahre war Uwe Sautter der SR Wart für die BWOL und sorgte in diesem Zeitraum dafür, das sich SR für die 3. Liga weiterentwickeln konnten. Und hier hat Baden Württemberg beileibe kein schlechtes Ergebnis erzielt. Viele Gespanne die aus der BWOL in die 3. Liga aufgestiegen sind, pfeifen heute noch dort oder sind noch weiter oben.

Nach so langer Zeit möchte Uwe jetzt den Fokus mehr auf private Dinge legen, wird aber sicher den einen oder anderen in den Hallen Baden Württembergs wieder treffen !

Leider hat auch hier Corona die eigentlich vorgesehene Verabschiedung in der Sportschule Steinbach im Rahmen des BWOL Kaders verhindert. Jedoch wollte es sich der BWOL Kader, aber auch die Schiedsrichterwarte der Landesverbände nicht nehmen lassen, sich bei Uwe Sautter für seine Arbeit als Schiedsrichterwart der BWOL und Beobachter in HABAWÜ zu bedanken und ihn gebührend zu verabschieden. So bekam er von den LV einen Präsentkorb, von den SR’n etwas flüssiges und einen Gutschein für eine Reise nach Coronazeiten. So konnte man Uwe Sautter trotz Corona doch noch einen würdigen Abschied geben.

Die SR wurden in Schulungsräumen in Pforzheim unter der Regie von HABAWÜ in unterteilten Gruppen für die kommende Saison geschult. Als Referenten waren die Lehrwarte der Verbände (Markus Lipps/BWOL – Harald Grathwohl/HVW-Stefan Blumenrode und Dieter Teynor/BHV, sowie Johannes Friedhoff vom SHV) aktiv. Diese wurden unterstützt von Heinrich Burger (Nachwuchsleiter HABAWÜ/SR Wart SHV) und Ralf Sabitzer (Beobachtungswesen HABAWÜ), sowie den Schiedsrichterwarten Ulrich Schuler und Dirk Zeiher vom BHV und HVW. Die Unterrichtsthemen jeder Gruppe gliederten sich in Außenaktionen/Progression und Stürmerfoul ( Schwerpunktthemen des DHB) und dem psychologischen Thema des SR als Teamplayer. Hinzu kam jeweils noch der Shuttlerun für die SR des Leistungskader. Dies Referenten bereiteten sich wochenlang auf ihre Referate vor (teilweise mehrere Themen) und darauf, an 6 Terminen von morgens bis abends zur Verfügung zu stehen.

Mit viel Durchhaltevermögen nahmen die SR das Angebot an, endeten die Lehrgänge, welche bereits am Morgen begonnen hatten, doch erst zwischen 17:30 und 18:00 Uhr am Abend. Rechnet man noch die Anfahrt zum Lehrgangsort hinzu, war dies für viele ein langer Tag. Aber wie wichtig dieser Präsenzteil war, zeigte sich im Laufe der Lehrgänge. Was Corona auch im Unterbewusstsein anrichtet, war nicht zu übersehen und so bekam die Sache Handball hier erst wieder den notwendigen Schwung, auch wenn es vorher schon Videoschulungen für die SR-Kader gab.

Ein herzliches Dankeschön gilt es an Markus Lipps und seine Familie auszusprechen, denn ohne seine notwendige Unterstützung (die Vorplanung lief ja schon eine geraume Zeit ) und Vorarbeit in Pforzheim (Hygienekonzepte, Örtlichkeiten, Genehmigungen etc.), wären wohl keine Präsenzlehrgänge möglich gewesen.

Wie wichtig diese Lehrgänge waren zeigte sich im Verlaufe des Unterrichts schnell, insbesondere die nochmals klar publizierten Anweisungen des DHB zu Außenaktionen hatten es in sich und könnten wohl dem einen oder anderen Außenabwehrspieler Probleme bereiten.

Regelwidrige Außenaktionen sollen konsequent bestraft werden.

In diesem Bereich möchte der DHB, dass die schon bei der WM angewandte und in der Bundesliga umgesetzte Linie der SR in den Ligen darunter konsequenter umgesetzt wird. Letztendlich muss sich insbesonders der Abwehrspieler auf Außen darüber im Klaren sein, dass nur eine regelkonforme Abwehrarbeit toleriert wird (frontal zum Angriffsspieler). Lange Ausfallschritte, Abwehraktionen mit der Seite, Schulter oder mit dem Rücken werden konsequent mindestens mit einer 2-Minuten -Strafe bedacht. Hierin enthalten sind alle aktiven Abwehraktionen, welche nicht der oben genannten regelkonformen Abwehr entsprechen. Also auch das berühmte Handanlegen an die Hüfte oder das Bein. Hier wird zukünftig sofort mindestens eine 2-Minuten -Strafe fällig. Schon die aktive Aktion ist hier progressiv mit 2 Minuten zu ahnden.

Dies bedeutet letztendlich, dass sich die Abwehrspieler deutlich umstellen müssen, was aber durchaus gelingen dürfte, da nach der dritten Aktion Schluss ist.

Am 06.09.20 spätabends endeten dann die Lehrgangsblöcke. Wobei einige der Referenten am 13.09.20 sich schon wieder zum Beobachterlehrgang der BWOL in Pforzheim einfinden durften. So hofft man, dass die SR und Beobachter gut auf die Saison 20/21 eingestellt sind.

Im LV Baden beginnt bereits im September die Saison, während die anderen Landesverbände erst Anfang Oktober starten. Inwieweit die Saison 20/21 läuft, wird von vielen Faktoren abhängen. Es war schon in diesem Jahr schwierig wieder alle SR zu motivieren. Eine längere Unterbrechung, ein erneuter Abbruch der Saison, oder sonstige Unwegbarkeiten könnten sich für das SR-Wesen zum absoluten Desaster entwickeln. Schon jetzt kämpfen die Verantwortlichen mit neuen Strukturen und Wegen dafür, die Situation zu verbessern. Allzu viel Stolpersteine dürfen allerdings nicht mehr im Wege liegen!

Auf jeden Fall freuen sich die Beteiligten auf eine freie Woche, bevor es dann wieder heißt: Der Handball läuft!

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