Das neue Trainer-Duo Jochen Baumann/David Körkel hat beim Handball-Oberliga-Aufsteiger TuS Schutterwald eine intakte Mannschaft übernommen, die mit Dana Wilhelmi und Line Rieder verstärkt worden ist. Nur zwölf Teams in der Liga.
Viele Niederlagen mussten die Handballerinnen des TuS Schutterwald in den vergangenen beiden Jahren nicht einstecken. Sechs waren es genau. Verbunden war damit auch der Sprung von der Landesliga in die Oberliga Baden-Württemberg. Ein steiler Aufstieg, dessen Fundament ein herausragender Jahrgang 2000 ist. Bis in die A-Jugend-Bundesliga haben es die Mädchen um die ehemalige U17-Europameisterin Selina Margull 2018 geschafft. Heute darf der TuS Schutterwald die Früchte dieser Arbeit ernten.

„Die Mannschaft ist qualitativ hoch anzusiedeln“, sagt Jochen Baumann, der die Nachfolge von Stefan Junker angetreten hat, mit dem die Mannschaft zweimal in Folge aufgestiegen war. „Wir haben eine gute Mischung im Team“, glaubt der Meißenheimer, der mit David Körkel einen Co-Trainer an seiner Seite hat, der schon zu Jugend-Zeiten Co-Trainer einiger Spielerinnen war. 

Neue Erfahrung

Die Aufgabe beim TuS ist auch für Jochen Baumann noch mal eine neue Erfahrung. Von 2009 bis 2017 hat er die Frauen des TuS Ottenheim gecoacht und sie zwischenzeitlich in die BW-Oberliga geführt. Die letzten beiden Jahre übrigens gemeinsam mit seinem Bruder Nico, der heute Trainer der Männer des TuS ist. Zuletzt war der ältere Baumann drei Jahre Jugendtrainer bei seinem Heimatverein in Meißenheim. 

Um die nach zwei Meisterschaften euphorisierte Mannschaft auf dem Boden zu halten, hat das Trainerteam in der Vorbereitung gleich mal das Wohlfühlprogramm abgeschaltet. „Man muss die Mädels darauf vorbereiten, dass die Oberliga eine ganz andere Welt ist“, sagt Jochen Baumann. In Testspielen gegen Zweitligist HSG Freiburg, Drittligist SG Kappelwindeck/Steinbach sowie der nordbadischen und Pfälzer Konkurrenz bekam die Mannschaft ihre (gegenwärtigen) Grenzen aufgezeigt. „In der Oberliga geht es einfach kerniger, robuster zu. Auch das Tempo ist ein anderes. Jetzt sind wir im Leistungssportbereich“, betont Baumann.

Pensum erhöht

Ein neuer Trainer bringt auch immer frischen Wind mit. Unter anderem wurde, natürlich auch der Liga geschuldet, das Training erhöht. „Zwei-Plus-Training“, nennt Baumann das und erläutert es so: „Wenn wir am Sonntag spielen, steht am Montag mehr Regeneration auf dem Programm.“

Mit dem Kader selbst ist Jochen Baumann sehr zufrieden. Linkshänderin Dana Wilhelmi ist klar eine Verstärkung, die junge Line Rieder, der der Coach ein „sehr gutes Potenzial“ bescheinigt, ist vielseitig einsetzbar. Darauf einstellen muss man sich allerdings, dass Lisa Imhoff, die gerade eine Ausbildung bei der Polizei begonnen hat, vielleicht nicht immer einsetzbar ist. Und Torfrau Viktoria Kimmig darf nichts passieren. Nachdem Jasmin Walter verletzungsbedingt in der Vorbereitung endgültig die Segel streichen musste, rückte die blutjunge Lara Broß als zweite Torfrau in den Kader auf.

„Liga ist bombenstark“

Recht spärlich flossen in den vergangenen Wochen die Informationen zur Oberliga. Plötzlich umfasste die Liga statt 14 nur noch zwölf Mannschaften. Die letzten drei Mannschaften der vergangenen Spielzeit, die relativ abgeschlagen waren, sind freiwillig eine Klasse tiefer gegangen. „Einfacher wird es dadurch nicht. Die Liga ist bombenstark“, warnt Baumann. Und seit Montag ist auch klar: Abhängig von der Zahl der Absteiger aus der 3. Liga kann es in der BW-Oberliga am Ende zwischen einem und sechs Absteiger geben.

Das Gute ist: Druck hat die junge Schutterwälder Mannschaft keinen. Die Oberliga ist die Zugabe schlechthin. „Wir müssen verletzungsfrei durch die Runde kommen, und dann schauen wir weiter, wo die Reise hingeht“, gibt sich Baumann gelassen. 

Sehr lange Saison

Zwölf Mannschaften bedeuten natürlich auch, dass der Spielplan etwas entzerrt ist, immer mal wieder gibt es Pausen. Coronabedingte Auszeiten sind da – im Gegensatz zu den Männern – durchaus vertretbar. Einerseits beruhigend, da einige Schutterwälderinnen in sozialen Bereichen arbeiten und durchaus gefährdet sind. Andererseits ist der letzte Spieltag erst Mitte Juni angesetzt, was nirgends für Jubelstürme gesorgt hat. 

Die Premiere in der BW-Oberliga dürfen die Schutterwälderinnen am 3. Oktober mit einem Derby in der Mörburghalle gegen die SG Schenkenzell/Schiltach feiern. Danach geht es am 11. Oktober zur SG Heidelsheim/Helmsheim.
Zum Seitenanfang