Nach dem Sensationssieg gegen die Rhein-Neckar-Löwen muss der HBW Balingen-Weilstetten am 33. Spieltag am Donnerstag um 19 Uhr beim Tabellenletzten in Coburg antreten. Erst ein Sieg gegen die Franken würde die Punkte aus dem Heimsieg der Gallier zu echten Bonus-Punkten veredeln.

Vor einer Woche haben die Balinger in einem intensiven und temporeichen Spiel mit den Rhein-Neckar-Löwen zu Hause gegen eine Mannschaft gewonnen, gegen die sie über Jahre hinweg nie den Hauch einer Chance hatten. Auch in dieser Saison kamen die Mannheimer als haushoher Favorit in die SparkassenArena. Sie trafen auf einen Außenseiter, der nichts zu verlieren hatte und der sich auf seine Fahnen geschrieben hatte, jede sich bietende Chance zu nutzen. Das haben Jona Schoch und Co mit einer unglaublichen Konsequenz getan und am Ende hochverdient gewonnen.

Der Auftritt der Gallier gegen die Löwen war die richtige Reaktion auf die weniger gute Vorstellung gegen Die Eulen Ludwigshafen einen Spieltag davor. Eine solche sollten sich die Jungs von Chef-Trainer Jens Bürkle gegen den HSC 2000 Coburg nicht nochmal leisten. Trotz der grandiosen Leistung gegen die Rhein-Neckar-Löwen sitzen Die Eulen dem HBW weiterhin ganz dicht im Nacken. Nur ein einziger Punkt trennt die Pfälzer von den Schwaben und wer glaubt, dass es in Coburg einfacher wird als am vorletzten Spieltag gegen Die Eulen, der befindet sich gewaltig auf dem Holzweg.

Die Franken stehen zwar seit der jüngsten Niederlage gegen die Füchse Berlin neben dem TUSEM Essen als zweiter Absteiger fest, was aber nicht heißt, dass sie jetzt weniger konsequent um die Punkte spielen. „Für uns ist die Saison noch nicht vorbei. Wir haben noch anspruchsvolle Aufgaben vor uns“, sagte HSC-Geschäftsführer Jan Gorr nach dem Schlusspfiff in Berlin. Die Mannschaft habe jetzt noch sechs Mal Gelegenheit, in denen sie sich in Angriff und Abwehr bereits für die kommende Saison entwickeln könne. Hinzu kommt, dass Coburg gegen die Balinger immer ganz besonders motiviert ist und jetzt zum Saisonende zum ersten Mal nach langer Zeit auch wieder Zuschauer in die Halle dürfen. Denen möchten sich die Schwarzgelben trotz des nicht mehr zu verhindernden Abstiegs von ihrer besten Seite zeigen.

Mit Florian Billek haben die Coburger auch einen Ex-Balinger in ihren Reihen. Er brennt nicht nur auf die Begegnung gegen seinen Ex-Verein, der Linksaußen hat nach der Niederlage gegen die Füchse Berlin und dem feststehenden Abstieg auch kein Blatt vor den Mund genommen. In einem Interview rechnete er schonungslos mit der Mannschaft ab. „Keine Ahnung, wie oft wir so ne Klatsche bekommen haben. Aber ein Spiel dauert halt sechzig Minuten und es ist dann eine Charakterfrage, wie man so ein Spiel dann zu Ende bringt“, meinte er im Sky-Interview. Zu oft habe es an Emotionen, Leidenschaft und an der kämpferischen Einstellung gefehlt. Auch der Stolz das Coburger Trikot zu tragen, der Stolz in der Pandemie Handball spielen zu dürfen hätte ihm zu oft gefehlt „und das ist das, was mich am meisten stört.“

Ob es Flo Billek damit geschafft hat, seine Mannschaftskameraden vor dem Spiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten wach zu rütteln und bei der Ehre zu packen, wird man am Donnerstagabend sehen. Die Gallier müssen sich jedenfalls darauf einrichten, dass sie auf eine Mannschaft treffen, die um jeden Zentimeter Boden kämpfen wird und die sich in jeden Zweikampf reinschmeißt. Den Kampf auf Biegen und Brechen gilt es für die Jungs von Chef-Trainer Jens Bürkle anzunehmen, wenn sie am Ende mit zwei Punkten nach Balingen zurückfahren möchten.

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