Handball-Drittligist erwartet den VfL Pfullingen und möchte für den Ligaverbleib punkten.


Der HC Oppenweiler/Backnang hat drei seiner ersten vier Rückrundenspiele in der Dritten Liga gewonnen. Die Hoffnungen auf den Ligaverbleib sind intakt. Im württembergischen Schlager gegen den VfL Pfullingen will das Team von Trainer Matthias Heineke am Samstag (20 Uhr, Karl-Euerle-Halle Backnang) nachlegen. Wer die jüngere Geschichte der Duelle der beiden Teams betrachtet, der kommt zum Schluss: Das könnte einen echten Krimi geben.

Seit geraumer Zeit befinden sich beide Teams im Parallelflug. Sie stiegen 2014 gemeinsam aus der Baden-Württemberg-Oberliga in die Dritte Liga auf. Sie beendeten die vergangenen Spielzeiten als Tabellennachbarn. Sie schenkten sich in den direkten Duellen nichts, vier der bisherigen fünf Spiele auf Drittliga-Niveau endeten Unentschieden. Auch der Start in die aktuelle Runde verlief ähnlich: Beide Teams fanden sich am Tabellenende wieder.

Dann schafften die Pfullinger schneller die Trendwende. Sie siegten in sieben Heimspielen in Serie. Die Schützlinge des zum Rundenende scheidenden Trainers Till Fernow sind noch nicht über den Berg, aber sie haben sich mit 17 Punkten ein Polster auf die Abstiegsränge verschafft. HCOB-Coach Matthias Heineke spricht anerkennend vom Rivalen: „In den Heimspielen absolvieren sie eine herausragende Runde. Auch auswärts haben sie häufig knappe Spiele abgeliefert.“ Die Erfolgsfaktoren des VfL Pfullingen sieht Heineke darin, „dass sie eine klare Hierarchie im Team haben und ihre Leistungsträger wie Micha Thiemann, Nico Hiller und Daniel Schliedermann konstant auf gutem Niveau spielen. Außerdem bleiben sie ihrer Linie treu, unabhängig vom Spielstand.“

Der HCOB startete mit Beginn des neuen Jahres neu durch. Durch Siege gegen den TuS 04 Dansenberg, den TV Neuhausen/Erms und bei der TGS Pforzheim hat sich die Mannschaft aus dem Murrtal in Position gebracht. Dass die Pforzheimer den Gästesieg mit Verweis auf ihre Verletztenliste zur Selbstverständlichkeit erklärten, ist für HCOB-Coach Heineke nur am Rande interessant. Gewiss hätten den Pforzheimern gute Leute gefehlt, „aber im Laufe der Saison müssen fast alle Teams – inklusive uns – immer wieder mal auf mehrere wichtige Spieler verzichten und trotzdem Ergebnisse liefern.“ Der Druck auf sein Team sei angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz groß gewesen, und diesem hielt es stand.

Heineke erkannte Aspekte, „die uns auch in den kommenden Spielen zu Erfolgen führen können.“ So sei es gelungen, nach Nachlässigkeiten zu Beginn eine konstant gute Abwehr zu stellen, und das besonders gegen das Angriffsspiel mit zwei Kreisläufern; eine Variante, die auch die Pfullinger zum Einsatz bringen. Wichtig aus Sicht von Heineke: „Wir haben uns in der entscheidenden Phase nochmals steigern können.“ Besser müsse das Rückzugsverhalten bei Gegenstößen werden, „und im Angriff wollen wir mit klarer und geduldiger erspielten Würfen zu Abschlüssen kommen.“ Der HCOB-Trainer rechnet mit einer engen Begegnung: „Beide Teams sind nah beieinander. Da kann der größere Siegeswille entscheiden, es wird auf die Torhüterleistung ankommen und darauf, sein Tempospiel durchzuziehen.“ Kurzum: Es kann mal wieder spannend und nervenaufreibend werden.

Bleibt beim HC Oppenweiler/Backnang die Frage, ob Rückraumspieler Benjamin Röhrle wieder mitspielen kann. Die Chancen sind gestiegen, der über acht Wochen hinweg verletzte Handballer hat im Training teilweise wieder mitgemacht, in Pforzheim absolvierte er – zur Eingewöhnung – das Aufwärsprogramm. „Wir würden uns über jede Minute freuen, die er mitspielen kann“, sagt Matthias Heineke. „Zugleich wollen wir nach einer so langen Pause auch kein übereiliges Risiko eingehen.“ Gleiches gelte auch bei Kreisläufer Philipp Schöbinger, der noch an den Nachwirkungen einer Zerrung leidet – ob es bis Samstag reicht, bleibt abzuwarten. (Text: Alexander Hornauer, Foto: Alexander Becher)

HC Oppenweiler/Backnang  VfL Pfullingen

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